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By Reiner Ruffing

Mehr noch als bei einem anderen textual content magazine für ein Vorwort gelten, daß die Schwierigkeit darin besteht, alles das, used to be einem nach Fertigstellung eines Buches zunächst dazu einfällt - und am liebsten würde guy nur darüber schreiben! - wegzulassen, um dann dennoch auf einige wenige Punkte zurückzukommen, die der Autor als für das Lesepublikum wichtig erachtet. Mein Interesse für Hellerentstand aus einem universitären Rahmen heraus. Ich kam an der FU Berlin Anfang der 80er Jahre über Svetozar Stojanovic, der einige Gastvorträge am Otto-Suhr-Institut hielt, mit der Philosophie der jugoslawischen "Praxis-Gruppe" in Kontakt, deren Grundlegung eines Hu­ manistischen Marxismus mich interessierte: Praxis als Schlüsselbegriff, Selbsterschaffung des Menschen, Verbindung von mittelbarer und unmittel­ barer Demokratie, auch die -wenn auch skeptische -Handhabung solcher wertgeladenen Begriffe wie Entfremdung und deren mögliche Überwindung, das waren, so empfand ich damals, Fingerzeige für einen neuen Dritten Weg zwischen Ost und West, denn die "Praxis-Gruppe" kritisierte mit existentiellem Einsatz den damals bestehenden Sozialismus, ohne das westliche Gesellschaftsmodell zu glorifizieren. Die Ideen der "Praxis-Gruppe" waren nicht eigentlich falsch; aber wahr­ scheinlich ist es mit Theorien wie mit Lebensaltern: sie haben ihre section, dann kommt etwas Neues. Nur daß bei der "Praxis-Gruppe" theoretisch nichts wesentlich Neues mehrkam. Für den an Theorie Interessierten glänztejedoch, aus dem Spektrum des Humanistischen Marxismus hervorkommend, schon bald ein neuer identify, nämlich derjenige von Agnes Heller.

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Dabei geht es ihrer Meinung nach um das Befolgen von "Nonnen und Regeln" und zwar in allen Objektivationen, wenn auch mit unterschiedlicher Gewichtung. Regeln enthalten technische Anweisungen (Grammatik, Verkehrsregeln) und antworten auf die Frage: Wie kann ich etwas tun? B. " auf den Wert Leben. 32 In den Objektivationen an sich zeichnet sich dann ein Idealzustand ab, wenn sich Normen und Regeln die Waage halten. Wahrscheinlich befürchtet Heller, daß bei einer Überbewertung der Regeln in dieser Sphäre Werte wie Gerechtigkeit, Freiheit, Solidarität zu kurz kommen, also das, was über Regelsysteme an instrumentellem Wissen gewonnen wird, zu Lasten des zwischenmenschlichen Bezugs geht.

4. Objektivationen für sich verkörpern ein kulturelles Surplus, bzw. sie bieten eine Absorptionsmöglichkeit für Ausdrucksbedürfnisse an, die in den Objektivationen an sich nicht befriedigt werden können: z. B. das Bedürfnis nach Unsterblichkeit. Da solche einzelne Gesellschaften übergreifende Bedürfnisse in ihnen inkarniert sind überleben die Gedanken der Objektivationen für sich häufig die konkreten sozialen Strukturen, aus denen heraus sie entstanden sind. Sie sprechen auch spätere Generationen an, eine Antwort übrigens auf die von Marx gestellte und von ihm unbeantwortet gebliebene Frage, wieso die antike Kunst uns noch heute fasziniert.

Objektivation 'aufgeht', seine Tätigkeit auf eine objektiv homogene Sphäre konzentriert ist.... Ferner: die Konzentrierung auf die ausschließliche Aufgabe... Ein weiteres Kriterium ist das 'Durchbrechen' der Partikularität. Schließlich ist als Kriterium die Verallgemeinerung unseres Denkens, unserer Erfahrungen, Bestrebungen und Fähigkeiten zu nennen. Die Homogenisierung ist ... tatsächlich ein Prozeß. Damit ist zugleich ausgedrückt, daß das Alltagsleben und die nichtalltäglichen Tätigkeiten und Denkformen nicht durch eine Chinesische Mauer voneinander geschieden sind.

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